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a r t i s t :: Die Sterne
t i t l e :: Flucht In Die Flucht
d a t e :: 2014-00-00
l a b e l :: Staatsakt
g e n r e :: Alternative
s o u r c e :: CD
b i t r a t e :: 871 kbps avg
e n c o d e r :: FLAC 1.2.1 -8 -V
t r a c k s :: 12
p l a y t i m e :: 45:26
s i z e :: 284.0MB
tracklist
1 Wo Soll Ich Hingehen? 5:20
2 Drei Akkorde 3:50
3 Ihr Wollt Mich T÷ten 3:30
4 Menschenverachtendverliebt 3:25
5 Innenstadt Illusionen 5:57
6 Flucht In Die Flucht 2:28
7 Hirnfick 4:49
8 Mach Mich Vom Acker 1:45
9 Miese Kleine Winterstadt 3:15
10 Der BΣr 4:40
11 Mein Sonnenschirm Umspannt Die Welt 3:56
12 Wie Gro▀ Ist Der Schaden Bei Dir? 2:31
releasenotes
"Hier kommt das Ende, wir haben alles versucht", kⁿndigen Die Sterne im
Titelsong ihrer aktuellen Platte an û Was bleibt, ist die "Flucht in die
Flucht". Die Sterne melden sich ab? Aber nicht doch. 22 Jahre nach
Bandgrⁿndung und vier Jahre nach ihrem letzten Werk, 24 / 7 ver÷ffentlichen
die Hamburger ihr nunmehr zehntes Studioalbum. Ein ziemlich fideles SpΣtwerk
so gesehen, mit neuem Sound, mit neuen Wendungen, daher aber auch ein ganz
anderes, zeitweilig gar morbides: Die Sterne haben nach wie vor diesen
funkigen Drive in petto, welcher Indie-Disko-─rsche seit Jahrzehnten in
Bewegung versetzt, andererseits durchlebt "Flucht in die Flucht" das eine oder
andere psychedelische Wirrspiel.
Das Titelstⁿck mit freundlicher Damenunterstⁿtzung im Chorus hat trotz seines
fatalistischen Ansatzes ein dickes Grinsen in der Fresse. "Es fⁿhlt sich gut
an, unterm Tresen zu liegen", singt Spilker, und ob es nun der alkoholische
oder der allgemeine Exitus ist, die Flucht in die Flucht beschreibt letztlich
"das Ende eines saubl÷den Tags". Es geht um Stadt und Leute, um Melancholie
und Gesellschaft und den Umgang mit selbigen. Mit dem Umweg ⁿber den
Sarkasmus, in die Psychose. Das zentrale Stⁿck des Albums, "Innenstadt
Illusionen", leitet direkt zu "Flucht in die Flucht" ⁿber und gibt dem
Titelsong seine Vorgeschichte. Der Song beginnt wie eine Wohnungsanzeige:
"Bezahlbare Wohnung in den gΣngigen Vierteln gesucht." Der Protagonist bewegt
sich in die Stadt. "Das, was da an meinen Schuhen klebt, ist m÷glicherweise
zur Abwechslung mal keine Hundeschei▀e", hei▀t es weiter, Spilker liest mehr
vor, als dass er singt. Der Akteur verweilt im Urbanen, entwickelt die ersten
Neurosen. Das Stⁿck zieht im Tempo an und wird zunehmend rauer. "Halt mich
nicht auf, aber halte mich", bittet die Hauptperson noch einmal. LΣngst hat
sie sich jedoch selbst verloren.
"Menschenverachtendverliebt" beschΣftigt sich mit der Zwischenmenschlichkeit
im stΣdtischen Kosmos, damit, wie man seinen Kiez hasst und liebt. Mit einem
dickeren Riff hat das Trio dabei sicher noch keinen Song er÷ffnet. "Ich hab
heut' inneren Reichsparteitag / ... / Ich muss jetzt erstmal alles
kontrollieren", setzt Spilker ein. "Ich bin, wenn es so was gibt /
Menschenverachtendverliebt", hei▀t es weiter, die Gitarre scheppert, im
Hintergrund wimmert der Chor. Die beschriebene Person lebt ihren Narzissmus
voll aus und fordert zur Kapitulation auf, der flie▀ende ▄bergang vom
Unsicheren ins Irre wurde scheinbar lautlos vollzogen. Freundlicher ist die
Stimmung in "Hirnfick", zumindest zunΣchst. Spilker spricht mit einem
Gegenⁿber, bittet es um seine Telefonnummer und m÷chte sich ins Gefⁿhlsleben
des- oder derjenigen einklinken. In Wirklichkeit aber ist ein "Hirnfick" sein
Ziel û seine Fragen klingen wie der Tropfen, der in der Folterkammer
rhythmisch auf die Stirn des Opfers fΣllt. "Ich komm morgen wieder, wenn Du
magst / Und wenn Du nicht magst", lΣsst den H÷rer ein wenig erschaudern.
Die Sterne haben sich seit jeher gesellschaftspolitisch geΣu▀ert, einen derart
tiefen Einblick in die Seele ihrer Figuren wie auf "Flucht in die Flucht",
haben sie allerdings bisher noch nicht gewagt. Und es war gewagt û sich in den
Irrungen von Stadtneurotikerhirnen herumzutreiben, endet nicht immer gⁿtlich.
Das Hamburger Trio aber lΣsst schlie▀lich einiges an Erfahrung einflie▀en,
auch die Soundanpassung gelingt, die teilweise die ganz dunklen VorhΣnge
zuzieht, wie in "Miese kleine Winterstadt". Nach einer guten Dreiviertelstunde
"Flucht in die Flucht" ist auch der H÷rer hirngefickt. Das Dumme aber mit dem
Ficken ist auch hier: es macht sⁿchtig. Daher Obacht: Von dieser musikalischen
Sexdroge kommt man nun sehr schwer wieder runter.
http://www.diesterne.de/
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Die_Sterne-Flucht_In_Die_Flucht-DE-CD-FLAC-2014-k4