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::k4:
a r t i s t :: Mutter
t i t l e :: Text Und Musik
d a t e :: 2014-00-00
l a b e l :: Clouds Hill
g e n r e :: Indie
s o u r c e :: CD
b i t r a t e :: 253 kbps avg
e n c o d e r :: LAME 3.98.4 -V 0
t r a c k s :: 9
p l a y t i m e :: 42:24
s i z e :: 76.70MB
tracklist
1 Frⁿher Oder SpΣter 4:19
2 Wer Hat Schon Lust So Zu Leben 4:04
3 Qui? 6:53
4 Am Abend 5:29
5 Land Der Freien Waffen 4:21
6 Fehler 2:40
7 Ihr Kleines Herz 4:18
8 So Viel Platz 4:49
9 Ich Will Nicht Mehr Als Das 5:31
releasenotes
Mutter ist eine der wenigen Gruppen in diesem Land, die dessen
Befindlichkeiten vollkommen wertfrei festzustellen vermag û seit annΣhernd 30
Jahren, auf dem nunmehr zw÷lften Album. "Text und Musik" strotzt indes vor
klanglicher Milde und entfacht vermutlich sΣmtlichen in den Hintergrund
gerⁿckten LΣrm erst auf offener Bⁿhne. Als jedermanns Liebling taugt es
trotzdem nicht. Dafⁿr singt Max Mⁿller immer noch zu vorbehaltlos ungelenk,
dagegen sprechen seine grundehrlichen Texte: "Am Abend gehen wir aus und sehen
die anderen wie uns selbst." Was natⁿrlich niemand h÷ren will.
Das unzureichende Bild, das sich demnach ein jeder von der Welt und von den
Menschen macht, kann aber nur sein eigenes bleiben, der Spiegel seines
Inneren, seiner UnzulΣnglichkeiten. Was ich bei anderen nicht ertrage, hat vor
allem mit mir selbst zu tun, weil ich es mir vielleicht nicht eingestehen
m÷chte oder kann. Erkenntnisse, die in dem nivellierenden
Gruppenzwangsgewitter vergehen, dem wir uns als Gesellschaft unterworfen
haben. Stattdessen treten bizarr sinnfreie Aktionen wie Eiswasser-Duschen als
virulenter Ablasshandel zu Tage oder es werden schlimmstenfalls die ⁿblichen
Sⁿndenb÷cke durchs Dorf getrieben. Nur dass Mutter diese Dinge eben nicht
partout Σndern, sondern vielmehr die Wahrnehmung ihrer Zuh÷rer dafⁿr schΣrfen
wollen, auf dass sie solcherlei ZusammenhΣnge ⁿberhaupt erkennen und die fⁿr
sich richtigen Schlⁿsse aus ihnen ziehen k÷nnen. Mⁿndigkeit als echte
Alternative, nicht blo▀ als trⁿgerische Pose.
Trotz mehrerer Umstellungen im Bandgefⁿge sind die Berliner ihrem
grundsΣtzlichen Klangspektrum treu geblieben, bieten Diskurs-Rock mit sachten
Noise-Unterfⁿtterungen und manch alterspunkigem Dorn im Ohr. Allein die
musikalischen Aszendenten haben ⁿber die Jahre ihre Positionen getauscht, weg
vom Krach frⁿher Sonic Youth sowie dem Zuviel an elektronischen Sperenzchen,
hin zum organischen Pop der neueren Blumfeld und wieder zurⁿck. Das Ergebnis
klingt verfⁿhrerischer, aber deshalb keinen Deut weniger irritierend. So
erinnert "Ihr kleines Herz" an eine Indierock-Miniatur der Sterne, inklusive
prΣgnantem Funk-Gitarrenlick. Letzteres mag dem bet÷renden "So viel Platz"
wiederum fehlen, aber die eingeschlagene NΣhe zu Frank Spilkers Liedern wird
zunΣchst beibehalten, um im Finale "Ich will nicht mehr als das" dann unter
der Devise "SelbstbeschrΣnkung aus" noch einmal in eine doomige
Post-Punk-Starre zu verfallen, als sei vorher nichts gewesen.
Dabei bedient sich "Text und Musik" auch sonst einer Vielzahl von Einflⁿssen
zwischen gelΣuterten Schweisser und der Eindringlichkeit eines Rio Reiser, sei
es nun bewusst oder eher zufΣllig. "Qui?" ⁿberrascht gar als siebenminⁿtiges
Versprechen einer Kante-Meditation, die auf einen imaginΣren H÷hepunkt
zustrebt, ihn aber nie erreicht, weil keiner wei▀, wer bei diesem herrlichen
Stⁿck Frⁿhlingserwachen ⁿberhaupt singen soll. Dennoch hallt es als einziges
Instrumental gewaltig nach, mit seinen akustischen Gitarrentupfern und einer
Querfl÷ten-Begleitung wie zu uralten Kraftwerk-Zeiten: scheinbar sinnlos, weil
ohne echte Dramaturgie, aber zugleich voller aufmunterndem Trost. Eben diese
DualitΣt ist es schlie▀lich, die Mutter ausmacht. Hier werden Makel und Fehler
nicht einfach ausgesperrt, sondern als Teile des Ganzen begriffen, die man fⁿr
sich akzeptieren und annehmen muss, will man zum Kern aller Antworten
vordringen. Wobei es sicherlich f÷rderlich wΣre, ⁿberhaupt erst einmal die
richtigen Fragen stellen zu k÷nnen. Wer Mutter hΣufiger zuh÷rt, kann ein
eigenes Gespⁿr dafⁿr entwickeln. Die reine Lehre der vielschichtigen
Eindeutigkeit, sozusagen. Meine Hochachtung, Dozent Mⁿller.
http://www.muttermusik.de
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Mutter-Text_Und_Musik-(CH075)-CD-DE-2014-k4