ARTIST: Grand Griffon
TITLE: Mattachine
LABEL: Zeistrafe
GENRE: Punk Rock
SOURCE: WEB (http://www.zeitstrafe.pinktankarmy.com/)
BITRATE: 286 kbps avg
PLAYTIME: 37:52
RELEASE DATE: 2014-00-00
RIP DATE: 2014-10-07
ENCODER: LAME
Track List
----------
1. Tanzende Katze 2:39
2. Punkroutine 3:21
3. Minitrue 3:36
4. Dwayne Camacho 1:49
5. Technicolor 5:14
6. Crφoch 3:22
7. Halbe Portion 3:31
8. Der Goldwagen kommt 2:07
9. Siste linjer 2:45
10. Schattenkind 3:08
11. Wir haben aufgeh÷rt 2:21
12. Puzzle das zusammen 3:59
Release Notes:
Schon ihr erstes Album Protektor handelte 2011 vor allem vom
Verlassenwordensein. Noch ganz frisch verletzt klang es, wie Helge Jensen damals
zwischen Wut und Verzweiflung, schonungsloser Ehrlichkeit und triefendem
Selbstmitleid schwankte, wΣhrend ihm stⁿrmischer Gitarrenpunk den Boden unter
den Fⁿ▀en wegblies. Ein wenig rumpelig zwar, aber immer wieder ⁿberraschend zart
und melodi÷s, um dann umso schonungsloser in den Hardcore zu stⁿrzen. So sch÷n
wie Jensen suhlte sich niemand in klarem Gesang, so mⁿhelos wechselte aber auch
keiner ins Geschrei. ôOhne dich wΣr ich nie so weit gekommen/ Ohne dich wΣr es
nie so weit gekommen.ö So fⁿhlt es sich an, wenn man seinen Platz in der Welt
pl÷tzlich neu finden muss. Frustrierend und sch÷n, aufregend, beΣngstigend und
alles gleichzeitig.
Mattachine ist drei Jahre spΣter nun das Album, das immer noch nicht klarkommt.
Weit von der Stelle bewegt haben sich Grand Griffon dafⁿr nicht, ihr Punk steht
immer noch ganz nah am Wasser. Ihr norddeutsches Zuhause steckt nicht nur in der
typisch windbewegten Dringlichkeit, mit der sie ihre Songs vorantreiben, sondern
auch in Jensens Metaphern: ôDie Gezeiten haben sich umgekehrt/ Du liegst am
Meeresboden, doch das Wasser will dich nicht.ö
Im besten Song Siste Iinjer ist der Captain-Planet-SΣnger Jan Arne von Twistern
zu Gast, der Σhnlich nah am Ufer wohnt und Jensen wunderbar dazwischenruft. Das
Stⁿck Punkroutine stolpert so fantastisch hastig ⁿber sich selbst, als gΣbe es
da am Hafen tatsΣchlich noch jemanden in Sichtweite einzuholen.
Leider spielen Teile von Mattachine aber auch da, wo sich lΣngst niemand mehr
hat blicken lassen. Aus den Wunden von einst sind hΣssliche Narben geworden, aus
dem frischen Schmerz die Bitterkeit von einem, der nicht akzeptieren will, dass
es weitergehen muss. Der Emopunk schwankt nicht mehr, er steht gefΣhrlich
selbstbewusst im Raum und zeigt auf alle anderen. Die zerbrechlichen Melodien
mussten breitbeinigen Arrangements weichen, in denen es knarzt und rifft und
Plattitⁿten ruft, weil es eben kann: ôBitte weitergehen/ Es gibt hier nichts zu
sehen.ö
Wo Protektor noch nach Wahrheiten und Hoffnung suchte, p÷belt Mattachine lieber
die Umstehenden an. Sch÷n anzusehen ist das nicht, auch wenn das zweite Album
abwechslungsreich geschrieben und besser produziert ist als das erste. Nur nimmt
das Mitgefⁿhl irgendwann ab, wenn da jemand ewig den Unverstandenen spielt, die
Laken nicht mehr wechselt und sich im Pessimismus einrichtet: ôNie war NΣhe mir
so fremd.ö
Solange Grand Griffon es schaffen, die Schotten noch einen Spalt offen zu halten
und sich zwischen Wut und Frust auch weichere Gefⁿhle erlauben, geh÷rt der
emotionale Punk ihnen ganz allein. Wenn sie sich allerdings ganz im
Selbstmitleid verkriechen, k÷nnte es einsam werden.
https://de-de.facebook.com/GrandGriffon
http://www.zeitstrafe.pinktankarmy.com/