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::k4:
a r t i s t :: Herrenmagazin
t i t l e :: Sippenhaft
d a t e :: 2015-00-00
l a b e l :: Grand Hotel Van Cleef
g e n r e :: Indie
s o u r c e :: CD
b i t r a t e :: 241 kbps avg
e n c o d e r :: LAME 3.98.4 -V 0
t r a c k s :: 11
p l a y t i m e :: 39:01
s i z e :: 67.40MB
tracklist
1 Ehrenwort 3:04
2 Halbes Herz 3:07
3 Alles So Bekannt 3:36
4 Sippenhaft 4:00
5 GΣrten 3:35
6 Zum Teufel 3:09
7 Rei▀t Mich Zusammen 3:11
8 Wir Bluten Aus 3:57
9 KΣferlicht 3:51
10 Zwischen Den TΣlern 3:34
11 Bis Du Mir Glaubst 3:57
releasenotes
An deutschen WΣnden hΣngen so manche Kⁿnstler, da hilft alles nix, die man am
liebsten mit dem Edding massakrieren m÷chte oder in Stⁿcke rei▀en. Kⁿnstler,
die alleine durch ihre Erscheinung latente Agressionen hervorrufen û selbst,
wenn sie nur ein Poster zieren. Bevor wir Namen nennen, widmen wir uns lieber
sympathischeren Menschen. Herrenmagazin zum Beispiel. Offensichtlich wird dies
nicht nur, wenn man eines der feinen Konzerte der Hamburger besucht oder mit
Deniz Jaspersen, Rasmus Engler, Paul Konopacka und K÷nig Wilhelmsburg
PilsglΣser leert û wobei sich, wie man so h÷rt, mitunter lustige Geschichten
zutragen sollen. Ja, selbst Menschen, die nur zum Videodreh eingeladen werden,
finden diese Jungs auf Anhieb zum Knuddeln.
Bevor wir uns in reinen ─u▀erlichkeiten verrennen, sei klargestellt: Auf der
kⁿnstlerischen Ebene gab es bei Herrenmagazin bisher sowieso nichts zu
bemΣngeln, drei durchweg starke Werke haben die Hanseaten bisher vorgelegt.
"Sippenhaft", ihr erster Flirt mit dem gro▀en kleinen
Grand-Hotel-van-Cleef-Label, setzt da nur zu gerne noch eins drauf. Friede,
Freude, Eierkuchen? Mitnichten, denn schon "Halbes Herz", dieser fr÷hliche
Indierocker, tut nur so. Vielmehr hΣlt das Stⁿck den heute anscheinend als
normal geltenden Auswⁿchsen menschlichen Verhaltens den Spiegel vor: "Du
kannst die Dinge nicht verwerfen / Nur um sie irgendwo wieder aufzusammeln."
Gesellschaftskritik? Natⁿrlich. Mit Versen wie "Will keine GlΣser heben / Ich
schlag' in keine Hand / Das ist kein Meer der Weisheit / Sondern der
Beckenrand / Dein eigener Kleingeist" schnaufen Herrenmagazin in "Alles so
bekannt" gefΣhrlichen gesellschaftlichen Str÷mungen entgegen und erinnern
damit unweigerlich an "Das wird alles einmal Dir geh÷ren", ihre bislang wohl
politischste Platte.
Mit zarten PianoklΣngen bestⁿckt, setzt die ungew÷hnliche Single "Ehrenwort"
ein fast gr÷▀eres Ausrufezeichen û nicht politischer, sondern pers÷nlicher
Natur: "Noch im Schutt / Noch im Staub / Noch im Stillen / Bin ich Dein",
orakelt Jaspersen im fesselnden Refrain und deutet damit schon zum Auftakt an:
"Sippenhaft" ist auch deswegen so gro▀artig, weil es ein pers÷nliches Album
geworden ist. Etliche Songs geben dabei den Themen eine Stimme, die
normalerweise unter der OberflΣche verharren: Dieses Mal geht es um Herkunft,
Abstammung und Familie. Vielen sind Verwandtschaft und Familie heilig û und
das zurecht: NΣhe, WΣrme und das gute Gefⁿhl, dass jemand da ist. Selten aber
redet man ⁿber die Konstellationen, in denen es kein "offenes Wort / Kein
offenes Ohr" gibt, wie das emotionale "Zwischen den TΣtern" beschreibt. Auch
psychischer Druck, hohe Erwartungen, Neid und familiΣre Missgunst werden oft
verschwiegen, obwohl auch sie die Pers÷nlichkeit prΣgen. Auf "Sippenhaft"
thematisieren Herrenmagazin das Leben in unbewusster Relation, in
vorbestimmter, ewig wΣhrender AbhΣngigkeit û ob gewollt oder nicht: "In Deinem
Schatten steht mein Tag / Ich trag' ein Teil von Dir / Wie einen Stein mit
mir", gibt sich Jaspersen im Titelstⁿck sehr resigniert, aber deutlich.
Auch der melancholische Ohrwurm "Wir bluten aus" ringt desillusioniert mit den
Widrigkeiten eines Lebens, das durch negative Verbandelungen ins Stocken
gerΣt, hat sogar die aschige Urne schon vor den Augen. Zum Glⁿck, muss man
fast sagen, ist da dieses "Rei▀t mich zusammen", ein ⁿberschwΣnglich
eingΣngiger Pop-Rock-Faustschlag, der mit den Erfahrungen jongliert, aber auch
nach vorne schaut: "Ein ewiges Kreischen, Kratzen und Bei▀en / Es wird immer
da sein / Tritt alle Tⁿren ein / Doch ich hab' keine Angst." Denn "Sippenhaft"
zieht sich trotz aller bittersⁿ▀en Ernsthaftigkeit nicht todtraurig zurⁿck.
Vielmehr beobachten diese Songs, sie analysieren, bewahren sich zugleich immer
auch eine gewisse Distanz, eine elegante textliche Offenheit und jede Menge
popmusikalischen Charme. "Sippenhaft" vereint unterm Strich alle Seiten, die
man an dieser Band liebt. Auch im Grand Hotel leben Herrenmagazin nicht auf
gro▀en Fⁿ▀en, bleiben die kauzig-traurigen Posterboys von nebenan. Posterboys?
Keine Sorge, an der Wand hΣngen zum Glⁿck schon andere.
http://herrenmusik.com/herrenmagazin/
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Herrenmagazin-Sippenhaft-(GHVC093)-CD-DE-2015-k4