Balbina-Ueber_Das_Gruebeln-(88843054352)-DE-CD-FLAC-2015-k4

Section
MP3/FLAC
Group
k4
Size
266,38 MB
Files
20
Date
2016-01-20

NFO

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         a r t i s t :: Balbina
           t i t l e :: ▄ber Das Grⁿbeln
             d a t e :: 2015-00-00
           l a b e l :: Four Music/Sony Music
           g e n r e :: Pop
         s o u r c e :: CD
       b i t r a t e :: 760 kbps avg
       e n c o d e r :: FLAC 1.2.1 -8 -V
         t r a c k s :: 14
     p l a y t i m e :: 45:45
             s i z e :: 265.6MB


        tracklist

  1   ▄ber                                    0:30
  2   Blumentopf                              3:56
  3   Das IST, Die Zeit Ist Ein Egoist Mit    4:06
      Feli Und N÷rchen
  4   Oropax                                  3:47
  5   Nichtstun                               3:17
  6   Goldfisch                               3:58
  7   Hut Ab! Mit Justus Jonas                4:40
  8   Mir FΣllt Nix Ein Mit Tristan Busch     3:21
  9   Tisch Mit Maeckes                       3:49
  10  Kuckuck                                 3:28
  11  Wecker                                  3:52
  12  Langsam Langsamer                       3:35
  13  Dicke Luft                              3:20
  14  Das Grⁿbeln                             0:06




        releasenotes

  "Kuckuck, ist da jemand da? Unter den ganzen Lagen, lagert da was drunter?
  Oder lagern darunter nur/ Andere Lagen?" Mal ganz abgesehen davon, dass man
  den ganz und gar entzⁿckenden Ausruf "Kuckuck!" heutzutage leider kaum noch
  h÷rt, wurde ich mit der Frage nach Balbinas Tiefe und Relevanz im vergangenen
  halben Jahr erstaunlich oft konfrontiert: "Hallo!? Was ist denn da so toll?
  Verstehe ich nicht!"
  Die einfache Antwort darauf wΣre: Muss nicht jeder verstehen, kann aber jeder
  einfach mal empfinden. Denn so ging es mir auch, als ich im vergangenen Juni
  zum Glⁿck Balbinas ohne viel Nachdruck oder Anpreisen bemusterte
  ("Nichtstun"-EP) h÷rte, so wie man neue Platten so halbneugierig nebenbei im
  Bⁿro mal h÷rt. Mit dem Nebenbei war es dann aber schnell vorbei, denn schon
  "Nichtstun" hatte mit allem, was sonst gerade in Deutschland an Popmusik
  fabriziert wird, nichts zu tun. Da zΣhlte diese junge Frau mit strenger Frisur
  und schmollendem Gesicht die Polkadots auf ihrem Glockenrock und forderte die
  Langeweile auf, sich doch endlich mal zu beeilen und das mit dieser
  unerh÷rten, von ganz tief unten nach ganz weit oben reichenden Stimme, die
  manche abschΣtzig als "torfigen" Alt bezeichnen, die in Wahrheit aber fⁿr
  viele Ohren nur ungewohnt ist im hiesigen Pop-Einerlei. Balbina arbeitet
  dramaturgisch mit Sprache, zerdehnt und verbiegt ihre oft viel zu langen SΣtze
  und Worte in die Musik, wie es sonst nur HipHop-Kⁿnstler tun - oder
  Gesangs-Enigmata wie Herbert Gr÷nemeyer und Nina Hagen. Beide geh÷ren nicht
  umsonst zu ihren Vorbildern.

  Ganz frⁿher, als Balbina noch in einer Berliner Sozialbau-Siedlung in ihrem
  MΣdchenzimmer hockte und aus dem Fenster trΣumte, war eher Whitney Houston ihr
  Idol, die Diva mit der gro▀en Stimme. Stundenlang ⁿbte sie, bis sie die
  R&B-Hymnen Houstons adΣquat mittrΣllern konnte. Aber, wiederum zum Glⁿck, ist
  aus ihr dann nicht eine der vielen Soulgesang-Epigoninnen geworden, die ein
  Schattendasein im Background-Chor fristen, zum Glⁿck machten ihr die Rapper
  aus dem Royal-Bunker-Umfeld Mut, mit ihrer eigenen Sprache, ihren eigenen
  Reimen zu experimentieren, bis sich langsam, allmΣhlich, mit dem Umweg ⁿber
  ein in alle Stile explodierendes Debⁿtalbum das formte, was nun auf ihrem
  Majorlabel-Einstand zu h÷ren ist und was ich absichtlich nicht mit einem
  Etikett ⁿberkleben m÷chte. Ich wⁿsste auch nicht, was man draufschreiben
  sollte: Fⁿr Kammerpop ist es nicht gediegen genug, fⁿr HipHop oder R&B ist es
  zu klassisch Pop, fⁿr Schlager ist es zu widerborstig und spr÷de.

  Balbinas Musik ist tatsΣchlich das Einzige, woran man herummΣkeln k÷nnte, sie
  tritt manchmal zu sehr hinter die Texte zurⁿck, bleibt zu pianoklimpernd
  schlicht, wo auch kompositorisch mehr Risiko drin gewesen wΣre. Aber das Manko
  hat Methode, sagt Balbina; komplexe Texte mit komplexer Musik, das kann auch
  zu viel des Guten sein.

  Und das ist ja eigentlich das Sch÷nste an Balbina: Hier gibt es nicht dieses
  Hoppla-jetzt-komm-ich, das deutschen Pop oft unertrΣglich macht, dieses
  m÷glichst exakte In-die-Schublade-passen, damit jeder gleich wei▀, woran er
  ist. Dieses Gro▀pusten von Gefⁿhlen, bis sie nur noch Blasen voll hei▀er Luft
  sind. Balbinas Welt ist eine angenehm leise, unaufdringliche Welt des
  Prokrastinierens und In-den-Tag-hinein-D÷sens und -Denkens, des genauen
  Betrachtens und der alltΣglichen Dinge, die sonst keiner beachtet. Es ist die
  Welt des MΣdchenzimmers an trΣgen Sonntagnachmittagen, wenn die Staubpartikel
  im Sonnenstrahl zu tanzen beginnen und es viel Zeit gibt, ⁿber die
  Vergesslichkeit von Goldfischen nachzudenken, die egoistische Zeit oder
  Blument÷pfe, die Kopfzerbrechen machen.

  Es ist eine Welt, die einen nicht mit Eindeutigkeiten nervt, sondern die einen
  weich im UngefΣhren, Assoziativen umfΣngt. Man kann sich fallenlassen in diese
  Lieder, sie werden das schon aushalten, sie sind robuster, als sie in ihrer
  Zartheit wirken, einige, "Wecker", "Blumentopf" oder "Goldfisch", sind so
  solide und anhΣnglich, dass sie Hits werden k÷nnten.

  Wie eine in strahlend wei▀es Wischundweg-Papier gekleidete Zauberfee stupst
  Balbina mal den Teekessel, mal den TeddybΣr an, st÷bert nach den Lagen unter
  der Lebenslage. So mancher Fleck, der dabei aufs Kleid gerΣt, geht auch mit
  Seife nicht wieder weg, so sehr sie auch schrubbt. Dann rⁿttelt sie an den
  trΣgen VorhΣngen, dann schⁿttelt sie den Wecker, warum er denn so leise war:
  Jetzt hat sie schon ihr halbes Leben mit Sinnieren versonnen.

  Macht nichts. Aus diesen Tag-TrΣumen ist jetzt immerhin das klⁿgste und
  geschmackvollste deutsche Popalbum des Jahres geworden. Hat sich doch gelohnt,
  die ganze Grⁿbelei.

  www.balbina.fm



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