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artist · gustav
release · live im radiokulturhaus wien 31-may
year · 2005
genre · pop
website · http://gustav.cuntstunt.net
date · 05-jun-2005
quality · alt-preset standard
source · digital video broadcast
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01 live im radiokulturhaus wien 31-may 62:45
playtime · 01h 02m 45s
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sie ist 26 jahre jung, bislang nur im elektronik-untergrund der
wiener szene in erscheinung getreten und hat ihr erstes album auf
einem geborgten laptop im alleingang gebastelt. diese cd aber, mit
dem ruehrig- verstoerenden titel "rettet die wale", wurde zum
uberraschungs-debut des jahres 2004. und gustav alias eva
jantschitsch war ueber nacht quasi in aller munde. hymnische
rezensionen und umfangreiche berichte - von der "neuen zuericher
zeitung" bis zu "de:bug", von der "presse" bis zum "standard", von
fm4 bis oe1 - bef÷rderten das album vom geheimtipp zum renner des
jungen labels mosz records. und gustav zum neuen liebling des
feuilletons und der pop-intelligenzia.
wenn man sie darauf anspricht, wehrt gustav mit einer mischung aus
selbstbewusster zurueckhaltung und einer gewissen scheu vor
vereinnahmung ab. und weist nur darauf hin, nicht mit der
islaendischen kollegin bjork verglichen werden zu wollen.
d'accord. ob man sie denn auf ihr pseudonym ansprechen darf? man
darf. jantschitsch: "meine eltern wollten als drittes kind einen
jungen und haben mich in der ersten lebensphase gustav genannt.
das ist haengen geblieben." oder vielleicht auch nur teil einer
ironisierungs- und immunisierungsstrategie. denn gustavs musik ist
nicht testosteronspruehender, auf pathos und posen setzender
rock'n'roll oder (pseudo) glamouroeser pop, sondern eine kluge,
spielerische und eigenwillige freestyle-poetik, die
ernsthaftigkeit und tiefgang nicht ausspart, aber auch nicht mit
dem erhobenen zeigefinger transportiert. singer/songwriterinnen
des jahres 2005 klingen nunmal nicht mehr nach joan baez, joni
mitchell oder patti smith. auch wenn gleich zu beginn "we shall
overcome" angestimmt wird.
die nennung moeglicher vorbilder und vorkaempferinnen erfolgt
nicht unbewusst. gustav ist sehr gender-bewusst und feministisch
orientiert - sie bewegt sich in netzwerken und auf plattformen,
die die maennlich dominierten strukturen des
entertainment-business nicht als gottgegeben hinnehmen wollen.
"ich mochte meine quasi vorgegebene rolle als weibliche stimme und
aufputz nicht akzeptieren", so die in graz geborene
digitalkⁿnstlerin und medienarbeiterin. "an die regler im studio
duerfen immer nur die jungs. das sollte und musste ich aendern."
"rettet die wale", das ergebnis naechtelanger einsamer basteleien
an rudimentaerem equipment, ueberzeugte auch die maennlich
dominierte kritikerwelt umgehend. "ein grandioses und zu herz
gehendes debut", schwaermte so mancher, den man eher in der ecke
der ewig besserwissenden grantler vermutet haette. der kontakt zum
publikum ist gustav aber wichtiger denn je. "physische praesenz
ist unersetzbar", so eva jantschitsch. auch wenn es eine
vermeintlich unwuchtige praesenz ist. eine schmaechtige, junge
frau, teilweise verborgen hinter dem schirm ihres laptops, dann
wieder fragil vor dem mikrofon - und doch ist da eine berueckende
praesenz und unerwartete dringlichkeit ihres ouevres. ein
laptop-lieder-reigen, oszillierend zwischen pop-avantgarde und
artifiziellem schlager. live zu h÷ren nicht mehr nur im "flex"
oder "rhiz" oder sonst irgendeinem dunklen szene-bunker. gustav
rettet die wale nun auch im grossen sendesaal des wiener
funkhauses. we shall overcome
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