Artist.......: Camp
Album........: Iconography
Label........: Recrec
Genre........: New Wave
Catnr........: n/a
source.......: CDDA
rip.date.....: Feb-20-2006
str.date.....: 2005
quality......: VBR/44.1Hz/Joint-Stereo
Url..........: n/a
track title time
01. My heart is breaking down 03:06
02. If I were a cat 03:15
03. In Paris with you 03:50
04. Strange girl 03:45
05. Field day 03:43
06. Outdoor life 03:54
07. Cameraman 04:24
08. All she wants 03:34
09. Never again 03:55
10. Here I stand 04:13
11. The end of her 03:55
12. Into the rain 03:48
13. We have reasons 04:48
Runtime 50:10 min
Size 70,5 MB
Release Notes:
Hierzulande dauert bekanntlich alles etwas lΣnger.
Was sich in der Politik systembedingt erklΣren
lΣsst, ist in der Musik ein schwieriger zu
verstehendes PhΣnomen. Warum dauert es in der Regel
gut 3 Jahre, bis ein internationaler Trend sich
hierzulande im Musikschaffen bemerkbar macht?
Vielleicht liegt's am Inseldasein, vielleicht sind
wir auch einfach individueller, vielleicht ist auch
das Fehlen einer nationalen Musikpresse dafⁿr
verantwortlich? Fakt ist: zwischen The Hives und
The Chocolate Rockets verstrichen rund 3 Jahre,
zwischen dem 80s-Revival in der Rockmusik und Camp
ebensoviel. Jetzt aber ist es da, das Debut von
Camp, und deren Einflⁿsse offenbaren sich sogleich:
The Cure, New Order und gegen Ende des Albums
Depeche Mode. Dass daraus nicht ein blosser
Abklatsch sondern ⁿber weite Strecken ein
mitreissendes und gelungenes Album wird, ist vor
allem der Verdienst von SΣnger Dominic Suter,
dessen Stimme - irgendwo zwischen Robert Smith und
Jarvis Cocker - die Songs davor bewahrt,
austauschbar und ausgelutscht zu klingen. Das
"alles schon geh÷rt-Gefⁿhl" verschwindet zumindest
bei mir nach wenigen Takten.
Als H÷reinstieg empfiehlt sich "In Paris With You",
ein Up-Tempo-Song mit zwingender Melodiefⁿhrung,
treibender Basslinie und intelligenter
Gitarrenarbeit. Absolut Disco-tauglich! Im
Folgenden flirten Camp auch mal mit Indie-Pop
("Outdoor Life") oder klassischem 80s-Pop ("All She
Wants"). "Never Again" zeugt von einem Flair fⁿr
Electro-Pop der Marke Fischerspooner. Damit nicht
genug: "The End Of Her" erinnert an den brachialen
Minimalismus von The Kills und bedient sich im
Refrain (bewusst oder nicht?) des Riffs des
Pixies-Klassikers "Monkey Gone To Heaven". Sowas
nennt man wohl vielseitig.
Kleiner Wermutstropfen: "Field Day" ist zu banal
und der ansonsten gelungene (und bereits gelobte)
Gesang geht mir hier ziemlich auf die Nerven. Und
den beiden Schlusstracks "Into The Rain" und "We
Have The Reasons" fehlt das Zunder, das die meisten
der vorangehenden Songs aufweisen. Ohne diese drei
Songs wΣre Iconography ein knackiges
40-Minuten-Album, so wie's ist dauert's halt ein
paar verzichtbare Minuten lΣnger. Empfehlenswert
ist's dennoch.