RAF_Camora-FOREVER-DE-CD-FLAC-2025-MOD

Section
MP3/FLAC
Group
MOD
Size
267,21 MB
Files
20
Date
2025-09-25

NFO

                 Musical Over Dose
                is proud to present
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	another new release, have fun

   .: about release :.

      Name       .:. RAF Camora - FOREVER

      Genre       :  Hip-Hop
      Source      :  CDDA
      Type       .:. Album

      Artist      :  RAF Camora
      Label       :  Indipendenza under exclusive license to Groove Attack
      Titel       :  FOREVER


      Tracks      :  16
      Playtime    :  39:53
      Size        :  266,61MB

      Encoder     :  FLAC 1.3.1
      Quality     :  932 kbps




     [ Tracklist ]


            01.Eden                                                  02:20
            02.Rossi                                                 02:10
            03.CONNECTED feat. Reezy                                 02:38
            04.Muss Nicht Mehr Scheinen                              02:25
            05.Squadra                                               02:17
            06.Bottega                                               02:25
            07.Odysee                                                02:25
            08.WOW feat. Bausa                                       02:28
            09.Cut                                                   02:31
            10.JUPITER feat. Apache 207                              02:44
            11.Sawasdee Kap                                          02:34
            12.Kein Drama                                            02:57
            13.OCEAN feat. Ufo361                                    02:26
            14.Jubilaeum                                             02:51
            15.Anthrazit Forever                                     01:53
            16.Out Of The Dark                                       02:49




                                                               Total  39:53 Min


      RAF Camora bleibt ein Aushaengeschild von Deutschrap
      und gehoert ohne Zweifel zu den praegenden Figuren des
      letzten Jahrzehnts. Mit "Palmen Aus Plastik" und
      Bonez MC katapultierte er Dancehall, Strassenrap und
      Afrobeats in den Mainstream. Doch was einst
      vielleicht einmal visionaer klang, wirkt 2025 wie
      eine Endlosschleife: Hochglanzproduktionen,
      inhaltsleere Texte, Autotune-Matsch. "Forever" will
      an alte Groesse anknuepfen, liefert aber nur Routine.
      Statt frischer Vision gibts Monotonie, Belanglos-
      Inhalt mit immer denselben Themen zwischen Reichtum,
      Rastlosigkeit und Selbstinszenierung sowie das
      routinierte Wiederholen der eigenen Erfolgsformel û
      mit abnehmender Strahlkraft. Wer die urbane Pop-
      Aesthetik von RAF Camora mag, wird mit "Forever"
      seinen Spass haben. Fuer mich ist das Album aber eher
      Strassenrap-Klischee und ein Symbol dafuer, was im
      deutschsprachigen Rap alles schieflaeuft.

      Los gehts noch stabil mit "Eden": epischer Aufbau,
      inhaltlich halbwegs kohaerent û einer der besseren
      Momente des Albums. "Rossi" legt mit treibendem Beat
      nach, ironisch-lustige Lines inklusive. Tanzbar und
      mit Dancehall-/Afrobeats-Vibes zum Hueftekreisen, ja,
      aber textlich so lose zusammengewuerfelt, dass es
      kaum ueber Instagram-Caption-Niveau hinauskommt.
      Zeilen wie "Lege mein Geld an wie Zlatan", was sich
      wohl auf Fussballer Zlatan Ibrahimovic bezieht,
      hinterlassen mehr Fragen, als sie Antworten geben.
      Ibrahimovic investiert sein Geld naemlich unter
      anderem in den Fussballclub AC Mailand, und mit
      Fussball hat RAF Camora nicht sonderlich viel zu tun.
      Was solls, Hauptsache einen bekannten Namen erwaehnt,
      oder?

      "Connected" mit Reezy eroeffnet vollends den
      Abwaertsstrudel. Eine Drogen-Hymne auf
      durchgaloppierendem Standardbeat ohne Varianz. Reezy
      bringt wenigstens etwas Flow rein. Inhaltlich werden
      streckenweise einfach unterschiedliche Substanzen
      aufgezaehlt, waehrend eine Autotune-verzogene
      weibliche Stimme zwischendrin "Tell me how you like
      it" raunt. "Gib mir deine Power bis zur Afterhour",
      murmelt RAF Camora mit Autotune-verzerrter Stimme
      mehr, als er rappt. Vielleicht ist eine Afterhour
      genau der Ort, bei dem der inhaltsleere, ins
      Mikrofon gestammelte Rap ueberhaupt noch ankommt.
      Dann, wenn nach drei Tagen wach auf starken
      Amphetaminen die Gehirnzellen so maltraetiert wurden,
      dass RAF Camoras niedrigschwelliger Textinhalt der
      einzig noch zu verarbeitende aeussere Reiz ist. Mir
      jedenfalls gibt der Song in nuechternem Zustand
      definitiv keine Power, sondern entzieht mir eher
      Lebensenergie.

      Auch "Bottega" bleibt symptomatisch: Beat stabil
      (unaufdringlich, aber eingaengig), Rap unverstaendlich
      verzerrt, inhaltlich mit Markenreferenzen so
      aussagekraeftig wie die Maoam-Werbung: "Sie will
      keinen Mann, sie will die Welt / Bottega voller
      Scheine wie Tokio / Maenner spielt sie wie auf 'ner
      Nintendo / Fuer sie alle Steine wie Domino / Viele
      schwere Jungs in ihrem Netz / Damit steht sie ueber
      dem Gesetz (ah) / V.I.P., nur wenn sie dich laesst,
      ey." RAF Camora klingt so lethargisch, als wuerde er
      etwas zu bekifft fuenf Meter entfernt vom Mikro auf
      der Couch luemmeln. "Squadra" zieht zwar das Tempo
      hoch und pumpt mit Techno-Drops, doch selbst wenn
      der Beat zieht, stolpert er ueber seine Autotune-
      Lastigkeit und unpraezise Texte. Wenigstens blitzt
      kurz Gesellschaftskritik auf: "Und glaub' denen nix
      wie Politik". Tiefgruendiger wirds auch fast nicht
      mehr.

      Gerade in der Mitte von "Jupiter", wenn sich Apache
      207s und RAF Camoras leicht gesungene Parts
      abwechseln, zeigt der Feature-Song gnadenlos, wo
      mehr Talent schlummert: Das eine klingt nach Musik,
      das andere grenzt an Arbeitsverweigerung. Kein
      Wunder, dass RAFs groesste Erfolge meist Features
      waren. Inhaltlich ist der Track uebrigens kein
      sonderlicher Hochgenuss: "Schnapp, schnapp, schnapp
      / Komme mit Apache, mache ein Duell / Warum so
      frech? Du bist mein Double / Bruder, um dich zu
      (ah), brauch ich kein'n Duden, ah." Vielleicht haette
      ein Duden bei der Albumproduktion fuer etwas mehr
      Sprachvarianz sowie Kohaerenz zwischen einzelnen
      Saetzen jedoch nicht geschadet.

      Gleiches bei "Ocean" mit Ufo361: Beat und Hook
      bieten beim halb deutschen, halb englischen Song
      etwas Abwechslung, Ufo zeigt, dass auch er RAF
      Camoras Autotune-Tristesse problemlos kopieren kann:
      ein belangloser Modus-Mio-Klon. Textlich bleibts bei
      Urlaub, Chicas und Verkehrsmitteln: "Steig' auf die
      Yacht / Fahr'n durchs Meer wie 'ne U-Bahn / Viel
      Tapas auf ein Tablett (Tablett) / Sortiment fuer die
      Sheytanas / Woll'n mit mir ein Quartett (Quartett) /
      Dessous unter den Pyjamas / Hajar im Bett, bin open
      / Trink' Magic Potion / Mit Blick auf Ocean."

      Selten kriegt RAF Camora die Kurve. "Cut" hat einen
      melancholischen Vibe und ist inhaltlich einer der
      staerkeren Tracks des Albums. Es geht zwar nur darum,
      im Leben einen Cut zu machen, was fuer ihn
      offensichtlich hauptsaechlich einen Umzug in eine
      andere Stadt bedeutet, oder einen nicer Dubai-
      Urlaub, aber er beschaeftigt sich zumindest kohaerent
      mit einem Thema. "Jubilaeum" sticht positiv heraus:
      verstaendlicher Rap ohne Autotune, guter Flow, mit
      Storytelling und Kopfnicker-Beat û ploetzlich
      erinnert man sich daran, dass RAF Camora mal
      wirklich was konnte. Auch "Anthrazit Forever" klingt
      vom Flow zumindest so, als haette er den Song im
      Stehen aufgenommen. Man muss zuerst durch ein bis
      zur Unverstaendlichkeit vernuscheltes, lustloses
      Intro, um dann aber wenigstens einen Text zu
      bekommen, der um mehr geht als nur Frauen und Drogen
      und Luxusobjekte: "War nie mein Ziel, mal ihr Star
      zu sein / Der Himmel ist dark, seh Sterne noch
      heller / Doch irgendwann ist selbst das vorbei."

      Doch diese Lichtblicke bleiben rar. Stattdessen
      herrscht viel Schablone: "Kein Drama" und "Sawasdee
      Kap" klingen wie klassische Shisha-Bar-Song, die auf
      dem Album einfach mitlaufen. "Wow" (feast. Bausa)
      reiht sich mit hohlen Autotune-Phrasen in die
      Belanglos-Riege ein û irgendwie geht es immer um
      Frauen und Autos. "Muss Nicht Mehr Scheinen" ist
      technisch solide, mit eingaengigem Refrain, der Stil
      muss einem halt gefallen. Ebenfalls kein Highlight,
      aber immerhin auch ein Song, der nicht komplett
      zerfaellt. Gut, dass RAF Camora nicht mehr scheinen
      muss, er tut es naemlich auch offensichtlich nicht
      mehr.

      Der abschliessende Bonus-Track "Out Of The Dark" ist
      dann eine wirklich unsaegliche Falco-
      Neuinterpretation, die mich als leidenschaftlichen
      Falco-Fan persoenlich beleidigt. Der Original-Refrain
      wird ohne den urspruenglichen Kontext entstellt und
      mit einem Pop-Beat verwaessert. Das ist keine
      Hommage, eher eine Schaendung. Falco wuerde sich im
      Grab umdrehen, wenn er in einem Track mit seiner
      Stimme solch fast krude Lines hoert wie: "Frequenz,
      Cybertruck, Mann / Kein Benz, rauch' Ketama /
      Bewaffnet und sehr intelligent / Keiner fickt mit
      Vienna / Probier, wenn du willst / Hol mir Mila
      Kunis / Out of the dark, out of the dark / Bruder,
      bin dort, wo du nicht bist (ahh)."

      Unterm Strich bietet "Forever" zu viele Wegwerf-
      Tracks und zu wenige Highlights. "Eden", "Jubilaeum",
      ein paar Beat-Ideen: Das wars. Innovation?
      Fehlanzeige. Das altbekannte Problem bleibt: RAF
      Camora wiederholt seine Erfolgsformel, ohne neue
      Akzente zu setzen. Viel Autotune-Gewaber, viel
      Oberflaechlichkeit, immer wieder Frauen, Luxus, Autos
      und Drogen, aber kaum Neues, kaum Leidenschaft. Die
      Features retten, was zu retten ist, doch selbst sie
      wirken manchmal wie durchgeschleust.

      "Forever" klingt nach einem Kuenstler, der mehr an
      seine Marke als an seine Musik glaubt, auch genauso
      uninspiriert. Wer noch die Vision von damals vor
      Augen hat, wird hier mit ernuechternder Routine
      enttaeuscht. Dabei war RAF Camora ja einmal der
      Visionaer, der Deutschrap veraenderte. Doch heute
      wirkt er nur noch wie ein Schatten seiner selbst:
      zwar noch gross produziert, aber inhaltsleer und vom
      eigenen Sound gelangweilt.

      https://rafcamora-shop.de


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