Musical Over Dose
is proud to present
Rls Name : Moonbootica - Moonlight Welfare
Rls Date : Oct-08-2007
Street Date: Oct-12-2007
Rls Type : Promo
Company : Kontor Rec (edel)
Genre : Electronic
Source : CDDA
Tracks : 13
Encoder : LAME 3.97 V2: preset standard
Quality : VBRkbps / 44.1kHz / Joint-Stereo
Bitrate : avg. 175kbps
01 sundown 02:30
02 der mond 05:57
03 strobelight 06:16
04 shes a cat 03:50
05 jump around 03:51
06 joan landor 06:26
07 44100 interlude 00:51
08 ridin a train 04:21
09 a perfect machine 04:14
10 like a riot 05:41
11 do you see 03:48
12 siren 06:40
13 champion of the world 03:56
________
58:21 Min
74,6 MB
Sommer 2007. VerdΣchtig still ist es seit Anfang
des Jahres um KoweSix und tobitob geworden. Keine
Remixe, keine neuen Tracks, wenig DJ-Gastspiele -
wer Moonbootica und ihren Arbeitsethos kennt, ahnt,
dass sich hier etwas zusammenbraut. Am 12.10.07
lⁿftet sich mit der Ver÷ffentlichung von "Moonlight
Welfare" das Geheimnis. Die Wohlfahrt im Mondlicht
gleicht der Achterbahnfahrt ⁿber einen nΣchtlichen
Rummelplatz, der randvoll mit blinkenden
Attraktionen und zwielichtigen Bⁿdchen stΣndig
erh÷hte Aufmerksamkeit einfordert. Die Dramaturgie
des zweiten "richtigen" Moonbootica-Albums steht
noch deutlicher als die des Debⁿts von 2005 im
feinen Widerspruch zu den Gesetzen des Clubs.
WΣhrend KoweSix und tobitob im Mix, bei ihren
DJ-Sets und auf Compilations immer mit einer
Verdichtung und Maximierung arbeiten, gestatten sie
sich beiden auf ihren Artist-Alben den kreativen
Wildwuchs mit all seinen sanften
Eigentⁿmlichkeiten. Der Hang zum homogenen
▄bergang, eingebettet in einem sauberen,
st÷rungsfreien Spannungsbogen macht der Wildstyle
artigen Unbekⁿmmertheit frⁿher Tage Platz. Rechnet
mit der Unberechenbarkeit. Rechnet mit allem, nur
nicht mit EnttΣuschungen. Failure is not an option.
"Moonlight Welfare" - Track by Track
Die freundliche, an franz÷sische Synthie-Romantik
erinnernde Er÷ffnung "Sundown" vermittelt ein
Gefⁿhl, das an den noch warmen Strandsand in der
DΣmmerung eines langen Ferientages erinnert. So
k÷nnte auch eine sch÷ne Downtempo-Symphonie zum
Absacker laden. Doch schon mit dem nΣchsten Track
wird unmissverstΣndlich klar, dass diese Nacht noch
bunter und betriebsamer als der Tag werden soll.
Niemand geringeres als Jan Delay verrΣt: "Der Mond
ist unsere Sonne"; und in seinem typisch nΣselnden
Tonfall versteckt sich die Sehnsucht des
Mondsⁿchtigen, dass die Nacht nie enden m÷ge. Ein
fantastisches Stⁿck Musik, das sich wie eine neue
Lebensform ⁿber alle Kategorisierungen hinweghebt
und trotz der immer wieder knarzig bis zum nΣchsten
Break marschierenden Bassline nahezu schwerelos
wirkt; wer das sandige Gefⁿhl einer durchgemachten
Nacht in ein Natural High verwandeln m÷chte, findet
keine bessere Stimulans. Und wie "Sundown" verrΣt
auch der nΣchste Track bereits im Titel, was kommt:
Das krasse Gegenteil! "Strobelight" brettert,
wummert, sΣgt, ⁿberschlΣgt sich und verweist auf
Peaktime-Entertainment, wenn das Amⁿsement zur
Lebensmaxime wird. Wegen solcher Songs fehlen in
den WaschrΣumen der Tanzlokale die WasserhΣhne ...
Zeit einen gemΣchlicheren Ton anzuschlagen, und das
erledigt Kowalski alias Aram Pirmoradi vom Rap-Duo
Jansen & Kowalski im erprobten Team mit Moonbootica
(siehe "Pimp Of The Year" auf dem Debⁿt). Aber
"She's The Cat" zeigt auch Anflⁿge von lasziver
Durchtriebenheit und treibt das Spiel mit den
Signalen auf die Spitze - ein Schwein, das dabei
b÷ses denkt. Es kommt, wie es kommen muss: Wo "Der
Mond ist unsere Sonne" mit beinah ⁿberirdischen
QualitΣten brilliert, zeigt sich die erste
Single-Auskopplung "Jump Around" in ihrem
Hooligan-Charme zunΣchst brachial und bodenstΣndig.
Bei genauerem Hinh÷ren werden jedoch die
vordergrⁿndigen Elemente, die herbe MΣnnlichkeit
und das schwitzige Hardcore-Feeling von kunstvoll
gedoppelten Helium-Stimmen und enthemmtem
Karneval-Gefl÷te hintertrieben - gerade diese
Ambivalenz macht "Jump Around" zum prototypischen
Moonbootica-Werk, zeigt es doch deutlich, dass sich
bei ihnen hinter der BanalitΣt der Dramatisierung
zumeist eine zweite oder gar dritte Bedeutungsebene
finden lΣsst. In diesem Zusammenhang darf auch noch
mal gern ⁿber "Moonlight Welfare", ⁿber Mondlicht,
Wohlfahrt und Fⁿrsorge nachgedacht werden - viel
Spa▀!
Damit das Wechselbad nicht zum Prinzip erhoben
wird, nimmt "Joan Landor" die Spur von "Jump
Around" auf, klopft dabei jedoch etwas weniger
mΣchtig auf den Busch; man k÷nnte schon wegen der
Filter-Verspieltheit des Tracks auf die krude Idee
verfallen, dass sich die beiden hier mit allen
Mitteln einen Spa▀ machen, um den nΣchsten Bruch
noch etwas zu ⁿberzeichnen. Denn mit "Ridin' A
Train" lauert ein sch÷ner Schmeichler in den
Startl÷chern, und was fⁿr einer! Die Zusammenarbeit
mit dem Hamburger Ausnahmetalent Zwanie Jonson (fⁿr
den ⁿbrigens DJ Koze ein eigenes Label gegrⁿndet
hat) ist einer der zugleich sch÷nsten und
untypischsten Songs im Moonbootica-Repertoire.
Bestimmt von kultivierter Gemⁿtlichkeit und beseelt
von gebrΣunter Glⁿckseligkeit, schickte sich dieser
Song schon im Vorfeld dazu an, der heimliche
▄berraschungs-Hit des Albums zu werden. Selten hat
das ohnehin zur Perfektion neigende Duo trotz aller
gebotenen LΣssigkeit eine Vision so messerscharf
und zwingend verwirklicht wie hier - "Ridin' A
Train" ist makelloser Pop in all seiner Welt
umarmenden Pracht. Wie singt Zwanie? "Melodies like
perfume, fillin' up the air ..."
Das Schmeicheln findet noch kein Ende, "A Perfect
Machine" umgarnt wiederum mit einer Stimme wie
purer Balsam, gleichwohl stammt diese von einer
Frau - der bezaubernden, leicht enigmatischen Helga
Pappert. Ihre Selbstverortung zeigt im Verzicht auf
Rollenklischees wie Jubel-Diva oder TripHop-Trulla,
dass wir von ihr noch viel h÷ren werden, ob nun
unter diesem oder auch unter einem anderen Namen...
Damit es jetzt aber auch nicht zu gefⁿhlig wird,
gibt sich der hoch getaktete Elektro-Basstard "Like
A Riot" gefΣhrlich mit brutal angeschnittenen
Vocals und der zentralen Mesagge "Hey little mess,
your love is bad - it's like crack - I hate it but
I need it". Flⁿsternd fⁿgt jemand noch den Titel
erklΣrend "your love is like a riot!" hinzu, und
dann ist auch schon alles zu spΣt, die HΣnde
fliegen in die Luft, die Arme kreisen und der
K÷rper verliert sich in pulsierendem Zucken. Wenn
das ein Tool ist, soll ewig Tool-Time sein. Ein
kleiner Skip fⁿr den CD-Player, ein gro▀er Schritt
fⁿr Moonbootica: "Do You See?" ist ihr erster,
gemeinsam produzierter HipHop-Tune. Der Rap geht
auf die Kappe von Phantom Black, der Anfang unseres
Jahrzehnts im Eimsbush-Umfeld sehr umtriebig war
und heute zu den professionellsten
englischsprachigen MCs Hamburgs zΣhlt. Die
Produktion trΣgt trotz finsterem Subbass und ÷ligem
Piano einen leichten Old School-Touch und beschw÷rt
stellenweise eine Southern-Version von Dr. Dre in
Bestform.
Bevor man sich in TrΣumen von einer zweiten
Rap-Offensive verlieren kann, entwickelt "Siren"
den Charme einer Schlange, die ihr Opfer
hypnotisiert. Wie ein sich elegant in die
scheinbare Unendlichkeit windendes Reptil
umschlingt der Track seine H÷rer immer fester, bis
er nach guten 6 Minuten doch noch ein jΣhes Ende
findet. Und dann ist es so weit. There's a love
machine in town: Vokoder-Pimp Supermax und
Moonbootica erschaffen einen "Champion Of The
World", dem man nicht mehr mit nostalgischem
Geschnacke von Smurf bis Soul Sonic Force kommen
muss. Wie sich hier Retro selbst umwΣlzt und dabei
zeitlose Gr÷▀e entstehen lΣsst, das ist wie so
vieles auf diesem Album einzigartig, und in einer
Welt voller Plagiate irgendwie auch tr÷stlich. Ob
sie auf diesen Trost mit "Welfare" angespielt
haben? The Shadow knows ...
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