a r t i s t : Castus
t i t l e : Rabengesaenge
d a t e : 2007
l a b e l : Soulfood
g e n r e : Folk
r l s. d a t e : Mar/2008
t r a c k s : 12
b i t r a t e : VBRkbps
s i z e : 71,0 MB
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Was uns Castus Rabensang (seines Zeichen Gruendungsmitglied
der Mittelaltermusiker Corvus Corax) hier mit seinem ersten
Soloalbum vorlegt, ist wirklich mehr als nur
aussergewoehnlich:
Gaenzlich auf Instrumente und Gastsaenger verzichtend, legt
Castus mit "Rabengesaenge" ein astreines a capella(!)-Werk
vor.
Jawohl, ihr habt richtig gelesen: Karsten Liehm - alias Castus
Rabensang - setzt auf Solopfaden rein auf seine viereinhalb
Oktaven umfassende Stimmgewalt. Ein Unterfangen, das nicht nur
aus kuenstlerischer Sicht sehr mutig - sondern zugleich auch
aus Gruenden der kommerziellen Vermarktung nicht ganz ohne
Risiko ist.
Aber all diesen Negativgedanken zum Trotz hat Rabensang
merklich viel Herzblut in diese Arbeit gesteckt. Es beginnt
schon mit der unglaublichen Anzahl von bis zu 200 Tonspuren,
die im so genannten Overdub-Verfahren uebereinander gelegt
wurden: So kommt man nicht selten in Versuchung zu glauben,
ein kompletter Orchesterchor waere auf ôRabengesaengeô zu
hoeren; doch gerade dem ist eben nicht so! ôRabengesaengeô ist
von Anfang bis Ende als Ein-Mann-Projekt zu bezeichnen,
welches teils wirklich extreme Klangfelder (von Subbaessen bis
zum hoechsten Sopran) bereithaelt.
Vertont hat Rabensang allerdings nur reine
Fremdinterpretationen. So finden sich hier Literaturklassiker
wie "Das Weib" und "Die Jungfrau" von Heinrich Heine wieder.
"Rondeau" stammt von niemand geringerem als dem bekannten
franzoesischen Dichter des Spaetmittelalters Francois Villon
und die Berliner Halunken halten Salut beim ôRotwelschen
Schlafliedô aus dem 19. Jahrhundert.
Des Weiteren verbindet Castus Rabensang auch die Literatur mit
der Tradition anderer Laendereien. So singt er neben deutsch
und altfranzoesisch, auch in normannisch und dem mongolischen
Obertongesang. Recht unterhaltsam wirkt hier vor allen Dingen
aber auch die legendaere Piratenkomposition ôFifteen Manô von
Robert Louis Stephenson, die ein richtiggehendes ôPirates of
the Caribbeanô - Feeling zum feierlichen mitschunkeln an den
Tag legt.
Fazit: Mit "Rabengesaenge" hat Castus Rabensang fast schon so
etwas wie ein Nischenprodukt geschaffen: Es ist nur schwer zu
kategorisieren und zugleich auch nicht fuer die breite Masse
ausgelegt.
Fast schon einem filmischen Monumental-Soundtrack gleich,
schallen mit maechtigen Baessen die facettenreichen
Klangerzeugnisse aus den Musikboxen und nehmen hierbei
wahrlich keine Gefangenen. Eigentlich kann man sich auf
"Rabengesaenge" nur einlassen - und somit ein ganz besonderes
musikalisches Abenteuer bestreiten.
Mich jedenfalls hat "Rabengesaenge" stark beeindruckt.
Sicherlich ist diese a capella Darbietung nicht fuer jede
Stimmungslage geeignet; weswegen sie auch nur vollkommen
bewusst und "freigeistlich" wahrgenommen werden sollte.
Auf eine regulaere Punktevergabe moechte ich hier allerdings
dennoch bewusst verzichten, da ôRabengesaengeô einfach nicht
mit gaengigen Musikformaten zu vergleichen ist.
Als Bonustracks befinden sich zudem noch "Die Jungfrau",
"Rondeau" und "Fifteen Man" als Karaokeversion (also ohne den
Hauptgesang) auf der CD.
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01-Sommerkanon [05:35]
02-Die Jungfrau [05:27]
03-Modo Niger [04:45]
04-Fifteen Men [03:55]
05-Rondeau [04:08]
06-Das Weib [03:20]
07-Galaan [05:47]
08-Grad Aus Dem Wirtshaus [04:28]
09-Rotwelsches Schlaflied [03:51]
10-Die Jungfrau (Karaoke) [05:28]
11-Rondeau (Karaoke) [04:07]
12-Fifteen Men (Karaoke) [03:53]
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54:44 min