a r t i s t : Dziuks Kueche
t i t l e : Live Im Quasimodo
d a t e : 2007
l a b e l : BuschFunk
g e n r e : Rock
r l s. d a t e : Aug/2008
t r a c k s : 12
b i t r a t e : VBRkbps
s i z e : 77,3 MB
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Manchmal kann der Mann am Klavier richtig boese werden. Dabei
nimmt er im Grunde alles und jeden inklusive sich selbst gerne
auf die Schippe, scheint ueberhaupt mit hinreissend trockenem
Humor gesegnet. Aber in seiner Abrechnung mit
Rechtsradikalismus im provinziellen Halberstadt streut Danny
Dziuk unbarmherzig Pfeffer und Salz in die Wunden. Zweifellos
ist es dem Barden bei bestimmten Themen absolut ernst. Ein
politischer Agitator, gar Kabarettist ist der Querdenker damit
noch lange nicht.
Das erste Stueck des Abends, im Duo mit Manfred Haeder,
offenbart die andere Seite Danny Dziuks. Mit seiner
charakteristischen, leicht nasalen und manchmal knarzigen
Stimme adaptiert er auf deutsch Tom Waits┤ "Big In Japan" und
schluepft dabei froehlich in die Rolle des vergeblichen
Angebers. Dziuks Boogie-Piano, ein bisschen Stampfen, ein
handvoll Riffs der Gitarre, und schon swingt es von der Buehne
wie in einer verrauchten Jazzbar. Das bleibt auch waehrend des
folgenden Solo-Auftritts von Manfred Haeder so. 1976 gruendete
Haeder die legendaere Frankfurt City Blues Band, bis heute
schuettelt der Traditionshueter geschmackvoll-
"klassische" Bluesphrasen locker aus seiner E-Gitarre. Die
Rolle des souveraenen Begleiters steht ihm indes besser als
die des Saengers und Autors, was sich in einigen gemeinsam mit
Dziuk gespielten Songs umso deutlicher zeigt. Auch Danny Dziuk
ist kein grosser Saenger, aber darauf kommt es bei dem
sympathischen "Underdog" nicht an. Fest im amerikanischen Folk
und Blues verwurzelt bleiben seine Songs vor allem wegen ihrer
deutschen Texte in Erinnerung.
Als aufmerksamer Chronist karikiert Dziuk Alltagssituationen
mit kleingeistigen Banken, Kampfhunden und deren Besitzern
oder die immer duemmere TV-Unterhaltung, ohne es seinen
"Gegnern" je mit plakativen Schlagworten heimzuzahlen.
Gestreckte Zeigefinger ueberlaesst er anderen, reagiert aber
mitunter bissig auf eben diese. Dziuks Sarkasmus belustigt
subtil, mit Andeutungen, Gedankenspruengen und fast
beilaeufigen Spitzen. Seinen lebensnahen Liedern ist aber
keineswegs immer zum Lachen. Der Troubadour,
bei dem "die Pose nie gegen die Haltung gewinnt", zeigt sich
ebenso oft als nachdenklich-sensibler Poet. Sentimentalitaet
waere Dziuk dagegen peinlich, und mit Peinlichkeiten will er
auf der Buehne auf keinen Fall gesehen werden. Also
dichtet er wunderbar unkitschige Liebeslieder wie "Wenn 2
(zueinander passen)", findet sogar fuer Beziehungskrisen
witzige Beschreibungen und sich dortselbst auf der "Strafbank"
wieder.
Musikalisch wechselt Solist Dziuk vom Talking Blues zu
Chanson-Anklaengen, amuesiert am Klavier mit einer knappen wie
grossartigen Thelonious Monk- Persiflage und begleitet sich
auf der Gitarre mit interessanten Folk-Pickings.
Damit passt der ewige Geheimtipp unter den hiesigen
Songschreibern bestens zwischen die romantische Leidenschaft
Rio Reisers und den lakonischen Erzaehlstil Sven Regeners. Mit
seinem Freund und ehemaligen "Band-Arbeitgeber" Stefan Stoppok
schrieb Dziuk in den Neunzigern einige erfolgreiche Songs, mit
Wiglaf Droste nahm er ebenfalls mehrere Platten auf.
Zwischendurch spielte der Wahl-Berliner vom Niederrhein mit
amerikanischen Bluesrockern und dem Jenaer Symphonieorchester,
komponierte ausserdem mehr als ein Dutzend Filmmusiken, unter
anderem fuer "Tatort" und "Polizeiruf 110".
Zudem hat der Bandleader von "Dziuks Kueche" mittlerweile
sechs eigene Alben veroeffentlicht. Bis zum kommenden Winter
will er ein neues fertig haben. Dann sollte Danny Dziuk auch
mal wieder mehr an verdienter Aufmerksamkeit
bekommen. NORBERT KRAMPF (FAZ)
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01-fenster fremder leute [04:46]
02-flachland [05:00]
03-wenn 2 (zueinander passen) [06:30]
04-das war nicht der hund [06:22]
05-lustiger quatsch [03:26]
06-fisch & pfeifen [04:43]
07-geh zu deinem lover, liebling [03:52]
08-Ueberwintern [04:23]
09-kopf & herz [04:59]
10-zu alt [08:55]
11-schoen schoen #1 [03:11]
12-des iss ja des ! [03:11]
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59:18 min