Musical Over Dose
is proud to present
Rls Name : Olli Dittrich - 11 Richtige
Rls Date : Oct-18-2008
Street Date: Oct-17-2008
Rls Type : Album
Company : X-Cell
Genre : Pop
Source : CDDA
Tracks : 11
Encoder : LAME 3.97 V2: preset standard
Quality : VBRkbps / 44.1kHz / Joint-Stereo
Bitrate : avg. 189kbps
01 Kein Wort wahr 03:21
02 Kleines Herz (springt wie ein Kaenguru) 04:40
03 Die groesste Liebe (ist die, die man nicht bekommt) 03:03
04 Ich habe keine Traenen mehr 03:31
05 Du bist die Sonne 03:54
06 Was ist denn hier los? 03:25
07 Noch einen Tanz 02:07
08 Wirklich schade 02:41
09 Keine Zeit 03:35
10 Unsere Gedanken 03:59
11 Ich habe keine Traenen mehr (feat. David Garrett) 03:32
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37:48 Min
51,4 MB
Wie viele Menschen bevoelkern Olli Dittrich? Wie
viele kann er sein? So oft hat sich der Mann
vervielfaeltigt, dass man fast vergessen hat zu
fragen: Wer ist Olli Dittrich selbst? Gibt seine
Musik Auskunft? Dittrichs erste Platte erschien
1977, er hat seither etwa 250 Lieder geschrieben,
hat eigene Alben veroeffentlicht, sich bei den
äDoofenô im bescheidenen Mittelgrund, bei äTexas
Lightningô trommelnd im Hintergrund rumgedrueckt
und jetzt endlich ist er auf sich selbst
zurueckgekommen. Was fuer eine Entdeckung!
Denn dieses Album ist nicht allein raffiniert,
begeistert musikantisch, opulent produziert, dabei
stilsicher und bei alledem von einer imponierenden
musikalischen Reife (man muss schon ein erfahrener
Musiker sein, um mit so vielen Koennern arbeiten
und so klingen zu koennen); es besitzt dazu diesen
liebevollen Grundton, es ist äwarmô und immer
wieder und abseits aller Ironie auch anruehrend.
Dies Album ist viele. Es adaptiert muehelos den
koketten Charme der Zwanziger Jahre Chansons (äKein
Wort wahrô), den breitbeinigen Happy-Sound des
Sechziger-Jahre-Schlagers (äDu bist die Sonneô),
den schmetternden Schmelz der Mariachis (äDie
groesste Liebeô); es bearbeitet Couplet, Ballade,
Ethno Pop, mischt Mandolinen-Tremolo mit
Dobro-Gitarre (äNoch einen Tanzô) und einen
Blaeserchoral mit der sprechgesanglichen
Beharrlichkeit eines Lou-Reed-Titels (äKleines
Herzô). Wann haette ein Album aus Deutschland
zuletzt so viele Gesichter gehabt und doch so viel
Geschlossenheit bewiesen? Wann waeren zuletzt
Streichquartett, Maennerchor, Mandoline, Banjo,
Harfe, Horn und Porno-Orgel in eine so glueckliche
Verbindung getreten?
Was aber diese Stimmen und Ausdrucksformen
zusammenhaelt, das ist Olli Dittrich selbst, der
fast alle Titel geschrieben und getextet, der
gewaehlt hat, mit wem er arbeitet (u.a. gibt sich
David Garretts Sologeige auf äIch hab keine Traenen
mehrô die Ehre) und der den äTonô bestimmt, diese
leise Ironie mit ihren immer ueberraschenden
Twists: Mal ist es der Text, der einen Haken
schlaegt, mal bildet ein klassisch anmutendes
Streicher-Holzblaeser-Intro die Ouvertuere fuer den
Slapstick einer Versicherungswerbung (äWas ist denn
hier losô), und mal ist es den noblen Streichern
vorbehalten, das Wort äverpisstô zu unterlegen
(äWirklich schadeô).
Der unueberhoerbare Spass des Albums aber hat einen
doppelten Boden. Hinter allen Stilen und ironischen
Volten bricht sich etwas Aufrichtiges und
Ernstgemeintes Bahn: Melancholie. Sie verraet sich
in den Liedern vom Ende der Liebe, vom Leben in der
Enttaeuschung, gesehen vom Punkt an, wo das
Laecheln schon wieder einsetzt. Was wird schon, wie
es schien, was ist schon, wie es klingt? Kleine
Tragoedien bauen sich zu grossen auf, grosse machen
sich klein. Fuer beide empfindet Olli Dittrich
wirklich. In dieser gemischten Verfassung, wo
Lieder traurig sind, weil sie so gerne heiter
waeren, und wo Komik ein Indiz fuer Schwermut sein
kann, da klingt er manchmal herzzerreissend einsam.
Man muss nur hoeren, wie seine gottverlassene, ganz
trocken produzierte Stimme etwa auf äIch habe keine
Traenen mehrô anhebt wie in einem Singsang,
menschmutterseelenallein vor sich hin singend, und
man spuert: Hier gibt er sich zu erkennen, dies ist
wahrhaftig. Gluecklicherweise war der Weg weit und
fuehrte schliesslich zu 11 Richtigen plus Bonuszahl
und einer befreienden Art, leichte Musik schwer zu
nehmen und ernste Musik mit Leichtigkeit. Das kann
so nur Olli Dittrich. -- Roger Willemsen
www.olli-dittrich-musik.de