a r t i s t : Corvus Corax
t i t l e : Cantus Buranus - Das Orgelwerk
d a t e : 2008
l a b e l : Pica Music
g e n r e : Classical
r l s. d a t e : Dec/2008
t r a c k s : 11
b i t r a t e : VBRkbps
s i z e : 98,9 MB
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Die Orgel hat seit vielen Jahrhunderten die Fantasie der
Gemueter befluegelt, es gibt wenige Instrumente, die
gleichermassen mit dem Goettlichen und dem Daemonischen
assoziiert werden wie sie.Wir denken an die Geschichten vom
äNaturtalentô aus dem Roman äSchlafes Bruderô, an die zeitlos
gewordene Klarheit und der gesamten Musikwelt als Abbild des
Goettlichen erscheinende Ordnung Bach┤scher Fugen, aber auch
an daemonische Gestalten wie das Phantom der Oper, Dracula,
alte Gruselfilme und so manche holzgeschnitzte äFratzeô in den
alten Orgelgehaeusen.Wie kommt nun Corvus Corax auf die Idee,
die Kompositionen aus äCANTUS BURANUSôfuer Orgel bearbeiten zu
lassen? Ist dies nicht ein kirchliches Instrument, die
Textvorlagen aus den Carmina Burana jedoch aeusserst weltlich?
Um diese Frage zu beantworten, machen wir einen grossen
Schritt zurueck in die Vergangenheit, ins 3. Jahrhundert vor
Christus. Im fernen Alexandria begegnen wir dem Ingenieur
Ktesibios, der die Hydraulis, eine Wasserorgel, erfand. Durch
eine geschickte Konstruktion erreichte er, dass der Luftdruck
durch den Einsatz von Wassersaeulen stets gleich blieb, so
dass die Orgel zuverlaessig und kraeftig toente, was die Orgel
vom Prinzip her uebrigens zu einer engen Verwandten der
Dudelsaecke macht, bei denen auch durch mechanischen Einsatz
ein stets gleicher Luftdruck erzeugt wird. Hier sind wir bei
einem der zentralen Punkte: Der Einsatzort der Orgel waren die
Amphitheater. Wenn wir im Lexikon ueber diese Orgel lesen, so
faellt das Stichwort ädie Orgel klang lautô, eine wichtige
Voraussetzung, um von allen wahrgenommen zu werden. Und hier
schlagen wir die Bruecke zu Corvus Corax, den Koenigen der
Spielleute: Angetreten, um mit Instrumenten, die ohne
Verstaerkung muehelos ganze Plaetze und Arenen antiken
Ausmasses mit rhythmischer, aeusserst lebendiger, kraftvoller
Musik zu fuellen.Im spaeten Mittelalter wurde eine
transportable Variante der Orgel entwickelt: äDas äRegalô (=
koenigliches Instrument) stellt eine spezielle Form der Orgel
dar: es ist eine flache, tragbare Kleinstorgel mit
Zungenpfeifenà. Das Regal begleitete mit seiner rauen Stimme
die koeniglichen Prunkfeste am Ende des Mittelalters und
bereicherte mit seinem Klang die Instrumentalensembles der
Hofkapellen. Wohl wegen seines scharfen, naeselnden Tones kam
es im 18.Jh. ausser Mode.ô (Orgel- Geschichte,
Orgelbauer.koeln). Achtung: Wegen seines scharfen, naeselnden
Tones! Denken wir da nicht an Dudelsaecke? Koenigliche
Prunkfeste! Sind Corvus Corax nicht die äKoenige der
Spielleuteô? Am Ende des Mittelalters! Also auch zeitlich
genau die Epoche, die den Kompositionen von äCANTUS BURANUSÆô
zugrunde liegt. Was lag also naeher, als ausgewaehlte Werke
aus äCANTUS BURANUS I und IIô fuer Orgel zu bearbeiten? Fuer
die Umsetzung dieser Idee konnte wieder Bernard Fabuljan
gewonnen werden, der schon einen
Teil von CANTUS BURANUSÆII orchestriert hatte und bei den
Konzerten als Dirigent glaenzte. Er nutzte seine langjaehrige
Erfahrung als Organist, um eine Auswahl beider Cantus Buranus
Werke fuer das Orgelspiel neu zu arrangieren und spielte dann
auch selbst die Orgel fuer die Aufnahmen in der Passionskirche
in Berlin. So entstand ein Kaleidoskop neuer Orgelmusik, das
den Geist der kraftvollen Kompositionen von Corvus Corax
atmet, gleichzeitig jedoch den Traditionen des alten
Orgelspiels verpflichtet ist. Das Orgelwerk CANTUS BURANUS
vereint die Spielfreude und das Musikantentum der äKoenige der
Spielleuteô mit den klanglichen Moeglichkeiten, den speziellen
Spieltechniken und den traditionellen Kompositionsformen der
Orgel, die auch gerne die äKoenigin der Instrumenteô genannt
wird.
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01-praeludium in d super - fortuna [07:48]
02-toccata super - miser [05:09]
03-fuga super - ingordin et ingordan [06:48]
04-praeludium - o langueo [05:41]
05-improvisatio super - ordu languet [06:10]
06-toccata super - quid agam misera [06:23]
07-passacaglia super - ergo bibamus - in memoriam [05:20]
j.s.bach
08-fantasia super - veritas simplex [07:02]
09-ritornell super - lingua mendax [04:05]
10-fantasia super - in orbem universum [07:21]
11-variationes super - o varium fortuna [06:38]
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68:25 min