ARTIST: Klez.E
TITLE: Vom Feuer Der Gaben
LABEL: Loob Musik
GENRE: Indie
SOURCE: CD
BITRATE: 199 kbps avg
PLAYTIME: 51:50
RELEASE DATE: 2009-00-00
RIP DATE: 2009-01-30
Track List
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1. Wir Ziehen Die Zeit 4:11
2. Der Saal 5:11
3. Die Gro▀e Einfachheit 4:54
4. Madonna 4:34
5. Hier, Wo Du Strahlst 4:14
6. Der Garten 3:54
7. Vom Feuer Der Gaben 4:40
8. Im Raum Mit Toten 5:31
9. In Gold 5:03
10. Am Grund Der Tiefgrⁿnen See 3:51
11. Der Welt Ein Ort 3:07
12. Gebet Fⁿr Mehr 2:40
Release Notes:
Wer wie Klez.E von der Metaebene kommt, darf sich nicht ⁿber MissverstΣndnisse
beschweren. Sie benannten die Band nach einem Computerwurm und widmeten sich auf
ihrem Zweitling "Flimmern" der Medien- und Konsumkritik. Das hΣtte schnell
verkniffen wirken k÷nnen, wΣre da nicht Tobias Sieberts Gespⁿr fⁿr Harmonie
gewesen. Zwischen Metaphern und Fu▀noten machten vor allem die nachhaltigen
Melodien den subtilen Pop von "Strandlied", "WerbeflΣche Mond" oder "Center"
aus.
Auch auf "Vom Feuer der Gaben" greifen die Berliner nach der ganz gro▀en Geste.
Der Postpop ist sakral geworden, es geht um Gebete und den Tod. Schon der Opener
"Wir ziehen die Zeit" verhandelt einen bevorstehenden Abschied. Die Laptops
klackern und knistern, Gitarren seufzen und drehen sich im Kreis, wΣhrend
Siebert das Raum-Zeit-Kontinuum ausbremst. "Was wΣre, wenn wir reisen / Immer
gegen die Drehung der Welt?" Es wird nicht funktionieren, der Versuch ist
dennoch grandios. So wird der Schmerz spⁿrbar und lΣsst bis zum Ende von "Vom
Feuer der Gaben" nicht mehr nach.
Dabei lassen Klez.E reichlich Platz fⁿr andere Emotionen. Durch "Der Saal"
wandern Akustikgitarren, die an allerlei Klingeling vorbeimⁿssen, weswegen ihnen
der Blutdruck ansteigt: "Kein Gott, kein Krieg, kein Held, kein Leid." Doch
diese angefressene Verweigerungshaltung weicht auf, als aus allen Richtungen
Stimmen hinzukommen und Vokalkathedralen auftⁿrmen. "Ich vermiss Eure Worte",
immer wieder "Ich vermiss Eure Worte". Da droht die Vers÷hnung. "Madonna"
hingegen eckt in Wort und Tat an, wenn es mit Stimmen und Synthesizern
KlangwΣnde baut. Hier wird nΣmlich geliebt - unter festgelegten Bedingungen.
"Und liebst Du mich, dann liebe ich Dich." Einer einfachen Gleichung h÷rt man
hier dennoch nicht zu.
Das klassische Rockgeschehen wird dadurch aufgebrochen, dass die Spielfⁿhrer
permanent die Rollen tauschen, elektronisch nachgebaut werden oder einfach alle
gemeinsam Puzzle spielen. Eckige Grooves, sphΣrische Texturen, kantige Riffs,
Kirchenorgeln und bittersⁿ▀e Melodien umarmen sich. Diese Eintracht spendet
Trost und Zuversicht bei den Niederlagen und EnttΣuschungen aus Sieberts Texten.
"Hier verbringen wir unsere Zeit / In ÷ffentlicher Einsamkeit." Alles muss
entbl÷▀t werden, um Katharsis zu erm÷glichen. So erkΣmpft sich selbst
verzagtestes Winseln seine Substanz und sorgt so in den Verzerrungen zwischen
Glⁿck und Verzweiflung fⁿr manchen Radiohead-Moment.
Selbst im Verlust lauert daher fⁿhlbare Euphorie: "Das, was hier fehlt / Wird
langsam klar / Ist die Balance / Die um uns war." Immer wieder drehen sich die
Texte um die VergΣnglichkeit - Gefⁿhle, Bindungen, das Dasein. Solcher
Existentialismus eignete sich inhaltlich vortrefflich fⁿr den nΣchsten
Schwarzkittel-Treff, bekommt aber durch seine warme Erhabenheit eine v÷llig
andere QualitΣt. "Mein Herz sucht Dein Licht", und man h÷rt sein Schlagen noch,
wenn am Ende aller Gebete das Orchester verstummt. So erzΣhlt "Vom Feuer der
Gaben" vom Leben. Vom sch÷nen, vom hΣsslichen, vom sch÷nen, vom traurigen. Vom
Anfang und vom Ende. Auf dem Debⁿt sang Sieberts bereits: "Wir sind alle nur zum
Leben hier." Dieser Kreis hat sich geschlossen.
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