ARTIST: Madsen
TITLE: Labyrinth
LABEL: Universal Music
GENRE: Rock
SOURCE: CD
BITRATE: 216 kbps avg
PLAYTIME: 52:16
RELEASE DATE: 2010-04-23
RIP DATE: 2010-00-00
Track List
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1. Labyrinth 5:48
2. Mein Herz Bleibt Hier 3:06
3. Das Muss Liebe Sein 3:13
4. Zwischen Den Zeiten 4:06
5. Berlin, Was Willst Du Von Mir? 3:31
6. Lass Die Liebe Regieren 3:16
7. Blockade 2:44
8. Jeder Fⁿr Jeden 3:44
9. Mit Dem Moped Nach Madrid 3:03
10. Sch÷n, Dass Du Wieder Da Bist 3:39
11. Obenunten 4:05
12. Sieger 3:34
13. Leben (Bonustrack) 3:59
14. Legende (Bonustrack) 4:28
Release Notes:
Jetzt einmal ganz ohne Ironie: Sebastian Madsen hat eine Menge Glⁿck gehabt. Aus
fⁿnf Metern H÷he stⁿrzte der SΣnger beim Videodreh zur Single "Lass die Liebe
regieren" ungebremst auf einen Betonfu▀boden. Da hΣtte noch weitaus Schlimmeres
passieren k÷nnen als "nur" der Bruch des Handgelenks und mehrere Schnittwunden
am ganzen K÷rper. Die Genesungswⁿnsche kamen bereits zahlreich und werden nach
Ver÷ffentlichung des Albums "Labyrinth" vermutlich noch zahlreicher werden. Denn
schon ein kurzer H÷rdurchgang macht deutlich, dass der vierte Longplayer
zunΣchst unerschrocken in Gebieten wildert, die Madsen bislang nicht zu betreten
gewagt hatten. Klar hat die Band noch nie gro▀e Gesten, Emotionen und
Wagenladungen Pathos gescheut, aber auf "Labyrinth" werden diese Gefⁿhle
neuerdings auch mit einer musikalischen Experimentierfreude gekoppelt, die man
den Urhebern von Indiehits wie "Die Perfektion" so nicht zugetraut hΣtte.
Am offensichtlichsten kommt diese neue Seltsamkeit in den sechs Minuten des
er÷ffnenden Titelstⁿcks zum Tragen, das schwerste Queen-Geschⁿtze auffΣhrt. Man
kann das natⁿrlich als dreisten "Bohemian Rhapsody"-Rip-Off brandmarken, sich
aber eben auch an den ausschweifenden Arrangements, ChorgesΣngen, dramatischen
Klavierakkorden und Glamrock-Schweinegitarren erfreuen. Die Band selbst scheint
bereit zur Grenzⁿberschreitung: "Mach dich nicht kleiner, als du bist / wei▀t
du, dass hier alles m÷glich ist?" Sie k÷nnten Recht haben. Einen derart deftigen
und wⁿtenden Groover wie das darauffolgende "Mein Herz bleibt hier", dessen
Bridge mit der Wucht einer Kanonenkugel daherkommt, hatten die Norddeutschen
bislang ebenfalls noch nicht im GepΣck. Fast wirkt es so, als hΣtte der
letztjΣhrige Abgang von Keyboarder Folkert Jahnke die Band von Genrefesseln
befreit und das KreativitΣtsventil ge÷ffnet. Fast.
Denn aufmerksamen Lesern wird die EinschrΣnkung "zunΣchst" im ersten Absatz
nicht entgangen sein. Nach dem ⁿberraschenden Beginn verlΣsst Madsen nΣmlich der
Mut zum Risiko. Warum der SΣnger ausgerechnet beim Videodreh fⁿr den biederen
Schmachtfetzen "Lass die Liebe regieren" Kopf und Kragen riskieren musste,
bleibt jedenfalls ein RΣtsel. Auch in "Zwischen den Zeiten" und "Jeder fⁿr
Jeden" regiert das Pathos und erstickt jegliche musikalische EigenstΣndigkeit im
Keim. Schade. Zwar kommen spΣter noch einige richtig gro▀e Kaliber, etwa der
zackige Gro▀stadt-Diss "Berlin", das Hardcore-Geschmetter "Blockade" oder das
beschwingte Roadmovie "Moped", und auch "Obenunten" stellt gekonnt eine
verrauchte HinterzimmeratmosphΣre her. Doch der ▄berraschungseffekt vom Anfang
ist da bereits verpufft. Madsen bemⁿhen sich zweifellos, die beklemmend enge
Schublade "Indie-Hoffnung" zu verlassen, bleiben aber doch mit einem Bein darin
hΣngen. Trotzdem ist "Labyrinth" ein interessantes Album geworden - vielleicht
das Aufregendste der bisherigen Bandgeschichte. Ein Weg, den sie sie gerne
weiter beschreiten dⁿrfen. Hals- und Beinbruch dafⁿr.
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