Fotos--Porzellan-DE-2010-UBE

Section
MP3/FLAC
Group
UBE
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Date
2010-09-10

NFO


                           Fotos - Porzellan
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  Label  : Snowhite / Universal
  Style  : Pop
  Grabber: EAC
  Encoder: LAME
  Quality: VBRkbps/44,1kHz
  Reldate: 09.10.2010
  Street : 09.10.2010
  Songs  : 11

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  Release Notes:

  Erwartungshaltungen sind Gift. Oder wie Thomas Hessler von den
  FOTOS sagen wuerde: "Gift gegen Gift." Oder genauer: "Ich nehme
  Gift gegen Gift / Nehme Gift, doch gegen dich gibt es kein
  Gegengift / Gibt es ein Wort das trifft? / Gibt es eins, das dich
  trift? / So wie dein Blick mich trifft / Wie aus Stein, hart und
  kalt, wie aus Stein, wie Asphalt / So wie Porzellan" Und dann
  bricht die Welt zusammen. Das sowieso schon fast erstarrte
  Schlagzeug. Der Gesang, die Beherrschung. Alles. So einen Titelsong
  von gerade mal zwei Minuten Laenge muss man erst mal schreiben. Wie
  passend bei dieser Karriere. Wir erinnern uns. Das selbstbetitelte
  Debuet ist lange her und die Single "Giganten" war so was wie ein
  kleiner Hit. Doch schon das Zweitwerk haette vom Titel her kaum
  passender sein koennen. "Nach dem Goldrausch" sollte sich leider
  als programmatisch herausstellen. Bis auf einen desastroesen
  vorletzten Platz beim letztjaehrigen Bundesvision Song Contest
  blieb da am Ende nicht mehr viel uebrig. Dass da die Neuerfindung
  zwingend Pflicht war, ueberrascht nicht. Ueberraschend ist nur,
  dass diese Neuerfindung nicht zum endgueltigen Desaster mutiert.

  Denn die Richtung, die auf "Porzellan", dem dritten Album der
  FOTOS, ploetzlich angeschlagen wird, koennte kaum unerwarteter
  sein. Vom Label vollmuendig als Shoegaze angepriesen, passiert hier
  tatsaechlich ungleich mehr, als all die JULIs und SILBERMONDs der
  letzten Jahre zusammen fabriziert haben. Dabei sind die Zutaten
  nicht nur denkbar einfach, sondern meistens auch extrem reduziert.
  Der Opener "Alles schreit" kommt zunaechst lediglich mit ein paar
  verhallenden Gesangsfetzen und drohender, verzerrter
  Instrumentierung aus. Und wenn die grosse Gitarrenwand urploetzlich
  hereinbricht, ist ganz schnell klar, was hier gespielt wird. Oder
  eben nicht. Das Droehnen am Anschlag singt Hessler: "Kein Glitter
  und kein Glanz scheint mir erstrebenswert / Ist nur Flitter, ist
  nur Ramsch, der staendig an mir zehrtô, und dann: äDoch alles
  schreit, alles schreit nach Eitelkeitô. Der erste performative
  Selbstwiderspruch koennte nicht praeziser formuliert sein. Dann
  noch eine seltsam passend kalkulierte Portion Pathos, Abbruch. Und
  dann der Titeltrack. Und die Welt bricht schon wieder zusammen.

  Und es funktioniert. "Porzellan" ist an keiner Stelle die
  verzweifelte Neuausrichtung, die man in solchen Faellen all zu oft
  vorgesetzt bekommt. Eigentlich ist es ja auch nur die konsequente
  Weiterentwicklung einer Band, deren Songs schon frueher nicht so
  ganz im befindlichkeitsfixierten deutschen Pathos-Pop mitspielen
  wollten. Die Aesthetik war stets ein bisschen zu kalt, die Texte
  seltsam undeutsch. All das findet sich auf "Porzellan" in
  verdichteter Form. Bilder bleiben Bilder, Gefuehlsduselei kann sich
  jeder selbst dazu interpretieren. Wenn er sich diese Songs
  unbedingt kaputtmachen will. "Faehrmann, trittst du deine Reise an?
  / Auf deine Weise leise, on the run", heisst es in "On The Run"
  bedeutungsschwanger. Nur dass am Ende kein Xavier Naidoo Verschnitt
  um die Ecke kommt, der grosse Gefuehle mit Poesie-Stolperreimen
  verwechselt und die ewig gleichen Allgemeinplaetze bereist, wo
  Romantik und Zwischenmenschlichkeit viel zu oft vermutet werden.

  Dabei ist die gekonnte Verweigerungshaltung an jeder Ecke zu
  spueren. Selbst Songs wie das von Handclaps zur Eingaengigkeit
  getriebene "Mauer" vereitelt potentielles Radio Airplay allein
  durch seinen verstoerend redundanten Gesang schon im Ansatz. Und
  das von grossartiger Pseudo-Freundlichkeit uebertuenchte "Angst"
  duerfte trotz zuckersuesser Choere und jeder Menge Ekstase nie das
  Herz der breiten Masse erobern. "Eine Angst raubt mir meinen Schlaf
  / Eine Angst wird mein Epitaph". Wer so etwas singt, der legt es
  sowieso nicht darauf an. Ob das nun gut oder schlecht ist, muss
  jeder fuer sich selbst entscheiden. Die FOTOS haben sich
  entschieden. Und sie haben dabei ganz nebenbei ein grosses Album
  erschaffen. Da sind die ganzen Erwartungshaltungen auch gar nicht
  mehr so schlimm.

  Quelle: http://www.triggerfish.de/index.php?
  option=com_content&task=view&id=16307&Itemid=83
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  01. Alles schreit                                      04:47
  02. Porzellan                                          02:32
  03. Nacht                                              03:55
  04. Mauer                                              03:09
  05. On the run                                         05:04
  06. Wasted                                             02:12
  07. Feuer                                              03:35
  08. Ritt                                               03:24
  09. Angst                                              03:03
  10. Raben                                              03:34
  11. Wellen                                             04:37
                                                        -------
                                                         Total
                                                         39:52 min

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