ARTIST: Ghost Of Tom Joad
TITLE: Black Music
LABEL: Richard Mohlmann Records
GENRE: Indie
SOURCE: CD
BITRATE: 208 kbps avg
PLAYTIME: 29:46
RELEASE DATE: 2011-02-25
RIP DATE: 2011-00-00
Track List
----------
1. Black Music 2:53
2. My Body Is A Drum Machine 3:00
3. Just A Dog 2:57
4. Wild Things 2:58
5. Snow In The Summertime 3:03
6. Firing Line 3:03
7. Pretty Girls 2:50
8. Midnight Marauder 2:55
9. Little Fires 2:37
10. The Sound Of '67 3:30
Release Notes:
Phil Collins? Gro▀artig. Zumindest das, was ab 3:15 Minute bei "In the air
tonight" folgt und bei 3:18 Minute schon wieder vorbei ist. Dieser Sound! Diese
Abgebrⁿhtheit! Hier ist sie zu bestaunen, die Essenz des gro▀en, des
unⁿberblickbaren Schaffens des EnglΣnders. Das wei▀ man auch in Mⁿnster, wo
Ghost Of Tom Joad zu Hause sind. Das aufgeweckte Trio nutzt diese Entdeckung und
wagt sich auf Album Nummer drei in die H÷lle des Collins. "Black Musik" ist die
logische Konsequenz aus den Reibereien mit dem Postpunk von "No sleep until
Ostkreuz" und dem grandiosen Neofolk von "Matterhorn". Ghost Of Tom Joad sind
nun endgⁿltig im New Wave angelangt. Und werden damit zum derzeit besten Pferd
im deutschen Gitarren-Stall.
Pl÷tzlich tauchte sie auf, diese unwiderstehliche Vorabsingle "Black Musik",
diese Schnittstelle von Farnhams "You're the voice" und New Orders "True faith".
Ein Song, wie ein angeschossener Hund. Ein Brⁿllen, ein Wⁿrgen, ein Kotzen, ein
Entschweben. Es ist ein gro▀er, gro▀er Song, dem man erliegt, mit dem man leidet
und der niemals von der Seite weichen soll. Dieser Moment, in dem "Black Musik"
endgⁿltig abhebt, in diesem hinrei▀enden Phil-Collins-Moment, wei▀ man, wie
Understatement getrommelt wird. Es ist das Schlagzeugspiel von Christoph
Schneider, das immer dem Song dient und doch das Drama kennt. Schneiders Beats
sind beinahe schⁿchtern und zurⁿckhaltend; "Black Musik" und all die anderen
fantastischen Lieder jedoch trΣgt es in schwirrende H÷hen.
"Black Musik" ist mehr als der Song, es ist das Album. Die Band treibt zwischen
Verzweiflung, Wut und Liebe umher. Die Gitarre klingt nach Bowie, und Henrik
Roger singt zu seinen Akkorden wie ein Versto▀ener, der nichts mehr zu verlieren
hat. Hier geht es um die pure Existenz. Mit "Just a dog" stⁿrzt sich die Band
kopfⁿber in den Gitarren-Wahnsinn, Roger quΣlt seiner Gitarre ein hasserfⁿlltes
Sto▀gebet aus den Saiten, bis sie nach Genugtuung verlangt. Nachdem der Song
endlich sein Schlachtfeld verlassen hat, kommt Schneider mit einem gnΣdigen Beat
als Messias daher. Und all die Gefallenen tanzen zu "Wild thing". Was fⁿr ein
Gefⁿhl!
Und doch ist der H÷hepunkt dieser bewegenden halben Stunde ein ganz
vers÷hnlicher. "Snow in the summertime" ist ein zΣrtliches Liebeslied, mit
treibendem Schlagzeug und traurigem Text. Rogers Stimme liegt wie Nebel ⁿber den
Keyboards, wΣhrend die Melodie zu TrΣnen rⁿhrt. Wenn sich die Slide-Gitarre im
Refrain zum H÷hepunkt aufschwingt und dabei so viel WΣrme spendet, wΣhnt man
sich bei den "Boys of summer" und schlendert an irgendeinem Strand dem
Sonnenuntergang entgegen. Weiter ist Don Henley damals auch nicht gekommen.
Ghost Of Tom Joad bleiben auch mit diesen vollmundigen Achtziger-Verweisen auf
"Black Musik" druckvoll, sie bleiben zornig, unvers÷hnlich. Und doch ist da
immer ein Schimmer Hoffnung. Roger singt von bemitleidenswerten Gestalten, von
Ausweglosen und Verlassenen. Doch so schlimm es auch stehen mag - so viel Trost
muss sein - es wird besser. Da werden einmal mehr die "Marching drums" besungen,
irgendjemand wird sicher nach Hause geleitet und das Licht, das bleibt der
Fixpunkt. Man selbst steht mit schweren Schultern und geschundenem Herz vor
diesem Brocken von Album. Am liebsten wⁿrde man dem Geist nachschauen, der aus
dem eigenen K÷rper gen Himmel entschwebt. Doch wei▀ man, dass das hier, diese
Musik, zum Hierbleiben zwingt. Das muss man einfach mal aushalten.
http://www.ghostoftomjoad.de/